BE MORE SENSITIVE! | SEI SENSIBLER!
Why I believe we should all be a little more sensitive
There’s this sentence people say all the time, sometimes casually, sometimes with a bit of judgment, sometimes even as a joke: “People are just too sensitive these days.”
And there’s always something behind it. An eye-roll. A sigh. As if sensitivity were a flaw. Something inconvenient. Something to get rid of.
But I believe: Sensitivity isn’t the problem. It’s a capacity. A form of attentiveness. A way of relating to the world.
It doesn’t mean being overdramatic. Or weak. Or too much. It simply means: you feel things. You’re not indifferent. You notice when something feels off. In yourself, in others, in the world.
And I think we need more of that. Because sensitivity often begins exactly where others have already turned away.
I’ve never been someone who speaks easily about emotions. At least not out loud.
I write. I paint. I observe. I notice.
And far more often than I’d like to admit, I carry things with me that most people have long forgotten.
A sentence overheard in a conversation that wasn’t even mine. A look that probably meant nothing, but still stays with me. A word, a pause, a shift in tone. Something that lingers, not because it was loud, but because it was quiet and still found its way in.
Most people don’t even remember the things they say. But I do. Sometimes weeks later.
And not always because it was about me. Sometimes it wasn’t. But I felt the weight of it anyway.
For me, sensitivity also means thinking, a lot. Overthinking, maybe. Wanting things that contradict each other.
I want to be understood. But I don’t always want to explain myself. I want to be honest. But I don’t want to hurt anyone. I want freedom. But I’m afraid of not being enough. I want to follow my own path. But I also want to be liked, to be seen.
I know I can’t please everyone. But that doesn’t stop me from trying. Maybe that’s naïve. Maybe it’s just human.
Sensitivity is often mistaken for weakness. For instability. For fragility.
But I think that’s wrong.
It takes courage not to shut down. Strength, to feel things deeply, and still stay open. Trust, to remain soft in a world that’s often hard and loud and fast.
And yes, I’ve wished I wasn’t like this.So intense. So close to everything. So affected by things others let go of easily.
But maybe that’s exactly what shapes me.
I don’t think sensitivity is a limitation. I think it’s an opening. To others. To yourself.
What if we stopped dismissing emotional reactions? What if we didn’t rush to say, “You’re overreacting”? What if, instead, we said: “Tell me, what touched you?” Maybe then something would shift.
Maybe we’d see that it’s not weak to be moved. That it’s not wrong to feel things. That there is strength in being stirred where others stay untouched.
I believe we all carry a kind of tenderness inside us. Some show it more freely. Others keep it hidden.
But it’s there.
And if we stopped pushing it away, if we stopped treating it like something to overcome and started welcoming it instead, maybe things would begin to change.
Maybe we’d understand more and judge less. See more and dismiss less. Listen more, even to what isn’t said out loud.
And maybe that would be a good start. Not just for a new year. But for everything that lies ahead.
All the love.
Mathilda ❤️
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Warum ich glaube, dass wir alle ein bisschen empfindlicher sein dürfen
Es gibt diesen Satz, den man immer wieder hört, manchmal beiläufig, manchmal vorwurfsvoll, manchmal fast wie ein Witz: „Alle sind heutzutage so empfindlich.“
Und oft schwingt da etwas mit. Ein Augenrollen. Eine Abwertung. Als wäre Empfindlichkeit eine Schwäche. Etwas, das stört. Etwas, das weg soll.
Aber ich glaube: Empfindlichkeit ist nicht das Problem. Empfindlichkeit ist eine Fähigkeit. Eine Form von Wachheit. Eine Art, mit der Welt in Beziehung zu treten.
Es bedeutet nicht, dass man überempfindlich ist. Oder dramatisch. Oder schwierig. Es bedeutet nur: dass man Dinge spürt. Dass man nicht gleichgültig ist. Dass man merkt, wenn etwas nicht stimmt, mit sich, mit anderen, mit der Welt.
Ich glaube, wir dürfen das wieder mehr zulassen. Weil Empfindlichkeit oft da beginnt, wo andere längst weggucken.
Ich war nie jemand, der leicht über seine Gefühle spricht. Nicht laut, zumindest.
Ich schreibe. Ich male. Ich beobachte. Ich nehme wahr.
Und oft, viel öfter, als mir lieb ist, nehme ich Dinge mit, die andere längst vergessen haben.
Ein Satz, aufgeschnappt in einem Gespräch, das gar nicht meines war. Ein Blick, der vielleicht nichts bedeutete, und mich trotzdem noch tagelang beschäftigt. Ein Tonfall, ein Wort, ein Zwischenraum. Etwas, das sich festsetzt, nicht, weil es groß war, sondern weil es leise war und trotzdem hängen blieb.
Die meisten Menschen erinnern sich gar nicht mehr an das, was sie sagen. Aber ich schon. Oft noch Wochen später.
Und nicht immer, weil es mich direkt betroffen hat. Sondern weil ich das Gefühl dahinter spüre. Weil ich mich frage, was es mit anderen macht.Weil ich darüber nachdenke, wie Sprache wirkt, nicht nur im Moment, sondern darüber hinaus.
Empfindlich zu sein bedeutet für mich auch, viel zu denken. Viel zu hinterfragen. Viel zu wollen, was sich widerspricht.
Ich möchte verstanden werden. Aber ich will mich nicht immer erklären. Ich will ehrlich sein. Aber ich will niemandem zu nahe treten. Ich wünsche mir Freiheit. Aber ich habe Angst davor, nicht zu genügen. Ich will meinen Weg gehen. Aber ich möchte auch gesehen werden, und gemocht.
Ich weiß, dass man es nicht allen recht machen kann. Aber das hält mich trotzdem nicht davon ab, es zu versuchen. Vielleicht ist das naiv. Vielleicht auch einfach menschlich.
Empfindlichkeit wird oft gleichgesetzt mit Unsicherheit. Mit Instabilität. Mit dem Gegenteil von Stärke.
Aber ich glaube, das ist ein Missverständnis.
Es braucht viel Mut, nicht alles abzufedern. Viel Kraft, um zu spüren, ohne sich zu verschließen.Viel Vertrauen, um weich zu bleiben, in einer Welt, die so oft hart ist, laut ist, schnell ist.
Und ja, manchmal wünschte ich mir, ich wäre weniger so. Weniger intensiv. Weniger „nah dran“. Weniger betroffen von Dingen, die andere längst losgelassen haben.
Aber vielleicht ist genau das auch Teil von dem, was mich ausmacht.
Ich glaube, Empfindlichkeit ist keine Grenze, sondern ein Zugang. Zu anderen. Zu sich selbst.
Wenn wir nicht mehr sofort urteilen würden, wenn jemand emotional reagiert. Wenn wir nicht reflexhaft sagen: „Jetzt übertreib mal nicht.“ Sondern stattdessen: „Erzähl mal. Was hat dich getroffen?“ Dann würde sich vielleicht etwas verschieben.
Dann würden wir vielleicht erkennen, dass es nicht schwach ist, sich berühren zu lassen. Dass es nicht falsch ist, Dinge zu fühlen. Dass da Stärke liegt, wo andere nur Störung sehen.
Ich glaube, wir alle haben diese Zartheit in uns. Manche zeigen sie offen. Andere tragen sie verborgen.
Aber sie ist da.
Und wenn wir aufhören würden, sie wegzudrängen, wenn wir sie nicht länger als Makel behandeln würden, sondern als Möglichkeit, dann könnte sich vielleicht etwas ändern.
Dann würde vielleicht mehr verstanden und weniger bewertet. Mehr gesehen und weniger abgewehrt. Mehr gehört, auch zwischen den Zeilen.
Und vielleicht wäre das ein guter Anfang. Nicht nur für ein neues Jahr. Sondern für alles, was kommt.
All the love.
Mathilda ❤️
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